Johann Georg, Katharina? Weißeſt Du nicht, daß es heißet, die Liebe überwindet Alles, und ſoll ſie unmächtiger ſein, wenn ſie die Kurſchwerdter füh⸗ ret?— Mit dieſen und andern Worten drang der Kurfürſt, ſich ſeinem Gefühle überlaſſend, in das Fräulein; der Ton aus geliebtem Munde, der feurige Erguß ſeiner Rede beſtachen das Ohr und das Herz Katharinens; ſie freuete ſich des Erbietens, obſchon ſie an deſſen Ausführung nicht glaubte; es gebrach ihr an Kraft, mit Beſtimmt⸗ heit fort und fort zurückzuweiſen, was ſie Groß⸗ muth nannte; allmählig dahingezogen, folgte ſie dem erlauchten Freunde im Fluge ſeiner Einbil⸗ dungskraft, und nach und nach verloren ſich Jo— hann und Katharina in Träume einer Zukunft, welche ihnen ſchimmernde und freundliche Bilder zeigte, die freilich nur aus dem Gebiete der Mög⸗ lichkeit ſtammten.
Es war ſchon Abend, und die Kerzen ange⸗ zündet, als die Frau von Neidſchütz in dem Ge⸗ mache erſchien, in welchem der Kurfürſt und ihre Tochter ſich befanden. Dem Erſten rief ihr Ein⸗ tritt auf nicht angenehme Weiſe die Befürchtung zurück, welche ihm auf dem Wege hieher beglei⸗ tete, und er erwiederte ihre tiefe Verneigung


