Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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Kurfürſt die Arme, Katharina ſchmiegte das von langen Locken umwallte Haupt an ſeine Bruſt, und beide ſtanden eine Zeitlang ſchweigend.—

Und fürchtet meine Katharina nicht, ſprach endlich Johann Georg, daß, was ſich zugetragen, zum neuen Hinderniß werden könne für ihren Wunſch und den meinen, daß dieſer Augenblick die Erſcheinung einer Fürſtinn vorbereitet, wel⸗ che ſich leichtlich zu ihren Gegnerinnen geſellen könnte, zu Denen, die mein Lieb anfeinden, weil ſie nicht fähig ſind, ſeinen Werth zu erkennen?

Ich habe keinen Wunſch, antwortete die Gräfinn mit einem unterdrückten Seufzer; dann ſetzte ſie feſter hinzu: Wahrlich, ich habe keinen Wunſch, als Eure Zufriedenheit, und wie ich auch zu ſolcher vermag beizutragen, immer macht es mich glücklich. Freilich, ſetzte ſie mit um⸗ wölktem Blicke hinzu, freilich ſchmerzt es, ver⸗ kannt zu werden, doch ſchmerzt es minder in Eu⸗ rer Gegenwart, der mich kennt, wie ich bin, fehlerhaft wohl, aber, was auch die Welt ſage, doch nicht jeglicher guten Eigenſchaft bar.

Wohl kennt Niemand Euer fürtreffliches Ge⸗

müth beſſer als ich, entgegnete der Kurfürſt, aber

weil ich es kenne, ſoll es Niemand wagen an