Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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der Erwartung galten, Nachkommen des Kur⸗ hauſes zu ſehen, welche durch ſeine eigene kinder⸗ loſe Ehe geſchwächt worden war,— denn da⸗ mals trugen die Sachſen treue Anhänglichkeit zu ihrem Regentengeſchlecht— vornehmlich aber auch durch die Hoffnung, die Tochter, auf die un⸗ verſchuldet der von der Mutter verdiente Haß übertragen war, werde nun nicht ihre Fürſtinn werden, eine Hoffnung, deren ziemlich derbe Außerungen ſich unter dem Freudengeſchrei ver⸗ nehmen ließen, Johann Georg antwortete zö⸗ gernd: Was auch jene dort zu großem Jubel veranlaſſe über die Vermählung des Prinzen Frie⸗ drich Auguſt, nicht von Euch, Katharina, darf ich erwarten, daß ſie Euch erfreuen. Und war⸗ um nicht? fragte das Fräulein, ihn offen anblik⸗ kend, bin ich nicht eine Sachſinn wie ſie? Stehe ich Euch nicht näher, und hab' ich nicht zwiefa⸗ ches Recht und Verpflichtung, an Eurer Freude Theil zu nehmen? Doch Ihr freuet Euch nicht, mein Herr und Fürſt, fuhr ſie fort, Ihr blicket trübe. Dann thatet Ihr wohl, daß Ihr zu mir kamet; denn ganz Sachſen mag ſich freuen mit ſeinem Landesvater, Euer Kummer aber gehöret mir, vor allen mir.— Gerührt öffnete der