Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſoll Niemand zwiſchen die unſern treten, daß ſie ſich entfernen, und ich des einzigen Glückes verluſtig gehe, das mir zu Theil ward, des theuer erkauften, das ich nicht laſſen will, es ſei denn mit meinem Leben.

In dem Blicke des Fräuleins, ob er gleich weder zornig war, noch gebieteriſch, lag Etwas, das die Matrone ſeltſam traf, auch zeigte ihr, wenn die Leidenſchaft ihn nicht verdunkelte, hel⸗ ler Verſtand ihr alsbald, das einfache Gefühl der Tochter habe dieſe für dies Mal richtiger ge⸗ leitet, als ſie die durch allzuheftige Aufregung irrgewordene Klugheit; ſie trat zurück, und mur⸗ melte durch die zuſammengepreſſten Lippen: Eh bien, halte es die Frau Tochter, wie ſie will, bei mir ſoll Monseigneur nicht ſo wohlfeilen Kau⸗ fes wegkommen. Fürtrefflich! fuhr ſie nach ei⸗ ner Weile fort, ſich ihrer Bitterkeit wiederum hingebend, fürtrefflich! Was man nicht alles erlebt! Prinzeſſinnen und Kammerherrn werden hier creirt, ohne mich zu fragen! Aber, patience, die Eine wie der Andere ſoll gewahr werden, daß es ſich nicht gut in dieſem Hauſe wohnet ohne Paſſirzettul von mir! Ihr ſeid zwar ein ſchlauer Patron, mon Cousin Vitzthum, doch