Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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frühern, obſchon nicht eblen, aber doch mehr über das Gemeine erhabenen Gefühle der Mut⸗ ter ihre Stelle andern ein, ihrem Alter, Ge⸗ ſchlecht und vornehmlich ihr ſelbſt eigenthümlich, dem Ingrimm und dem Hohn, und ſie ſprach in einer Weiſe, welche beide ausdrückte: Sur ma foi, Madame, ſchauen ja ſo hell drein und ſo vergnügt, als ſei das Allererwünſchteſte vorgefal len. Darf man fragen, mit welcher Epiſtel ſich Dero kunſtreiche Hand occupiret?

Ich erfülle eine Pflicht, antwortete Katha⸗ rina ruhig; was ich ſchreibe, iſt an den Kurfür⸗ ſten gerichtet, und ein Glückwunſch zu dem, was ſich heute in ſeinem Hauſe ereignet.

Was hör ich, rief die Andere überlaut und mit funkelnden Augen. Est il possible? Glück wünſchen will Sie zu dem, was uns rui⸗ niret, und am allererſten und abſonderlich Sie2 Und damit ſchritt ſie auf den Schreibtiſch zu, mit geſpreitzten Fingern ſich des Blattes zu bemäch⸗ tigen. Katharina aber deckte ſchützend die Hand über daſſelbe, richtete einen langen ernſten Blick auf die Mutter, und ſagte mit Feſtigkeit: Der Kurfürſt ſäumet zu erſcheinen, vielleicht zweifelt er an meinem Herzen, das ſoll er nicht; auch