Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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tendem Anſtande, gleich Einem, der etwas Un⸗ erwartetes überblickt, das ſich ihm entgegenge⸗ worfen, bald es in allen ſeinen Theilen be⸗ ſchauend, und dann wieder die Kraft, die ihm beiwohnt, aufbietend, entſchloſſen zu kämpfen und alles an den Sieg zu ſetzen. Nach dem Wech⸗ ſel ihrer ausdruckvollen Züge, nach dem Blick, der ſich hin und wieder ſtarr auf eine Stelle rich⸗ tete, als wolle er einen nicht vorhandenen Ge⸗ genſtand erfaſſen, erging ſich der wirklich ſtarke Geiſt der Matrone in den Räumen der Wirklich⸗ keit und des Möglichen, nach Waffen umherſpä⸗ hend, mit denen ſie den Angriff auf das Gebäude ihrer Entwürfe zurückſchlagen könne, einem Feld⸗ herrn gleich, der, an wiederholte Siege gewöhnt, ſich ſelbſt vertraut; eine nicht würdige, nicht an⸗ genehme, aber doch gewiſſermaßen großartige Er⸗ ſcheinung da rief ſie der Anblick der Tochter aus der Welt ihrer Gedanken zurück. Heitererer Miene, als gewöhnlich, ſaß Katharina über ei⸗ nen Schreibtiſch von Cedernholz, und kritzelte mit goldener Schreibfeder auf ein Blatt roſenfarbe⸗ nen Papiers Züge ſo flüchtig und zierlich, als die Kalligraphie einer Dame des 17ten Jahrhun⸗ derts ſie zu bilden vermochte. Da räumten die