Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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mir ungünſtigt bezeigt? Darf ich, kann ich dem, an den meine Seele gebunden iſt, welchen glücklich zu ſehen, ich alles, alles dahin gäbe, was mir Armen geblieben, ihm, der auch mir ſo manches geopfert, was der ſtilltreue Sinn einfacher Gemüther hochhält, kann ich ihm rau⸗ ben, wonach er ſehnend umſchauet im zerſtörten Familienkreiſe 2

Ich wollte lieber, ſprach die Neidſchütz halb vor ſich hin, ich wollte lieber, die Frau Toch⸗ ter liebte den Prinzen etwas mehr, und beſchleu⸗ nigte etwas weniger deſſen Anherokunft, wenig⸗ ſtens vor der Hand.

Das Letzte hatte der Tochter Ohr berührt, und ſie fragte: Und warum? Welcher Nach⸗ theil mag mir erwachſen aus ſeiner Wiederkehr? Nur Glück erwarte ich von derſelben; denn ich werde ein Auge heiter ſehen, deſſen Verdüſterung einen Schatten in mein Leben wirft. Vielleicht kommt dann auch die Zeit, da dem Prinzen klar wird, die vermeinte Feindinn habe es nicht böſe mit ihm im Sinn, und er Der wenigſtens Mit⸗ leid und Nachſicht nicht verſagt der er ſeine Achtung nicht gewähren kann.

Die Matrone ließ ſich hier, die weiten Sei⸗