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Georgs Herz austrockne„eigenſüchtig in demſel⸗ ben jeglich lobenswerthes Gefühl erſtickend, dar⸗ an es ſo reich iſt; man ſoll nicht ſagen, daß ich, die Ihm die Gemahlinn entfremdet, ihn auch von dem Bruder losreiße. Jeglicher trübe Blick, jeglich hingeworfenes Wort, die den Entfernten vermiſſten, gab mir eine ſchmerzlich verletzende Wunde, und ſo that ich denn, was mir zu thun oblag, ob es Euch gleich anders däucht, gnädige Frau, Alles nämlich, was ich vermochte, Ihn dem Prinzen wiederum zu nähern, der edel iſt, wie Er, und ſolchen Bruders werth und Seiner erlauchten Herkunft.
Mit wahrhaftigem Plaiſir— ſprach zweideu⸗ tig die Andere— vernehme ich in der Frau Toch⸗ ter Munde ſolch' lebhafte Eloge ſeiner jüngern Durchlauchtigkeit, doch mag ſie mich um ſo eher
befremden, als ich bis dato in Ihr wenig Affection
zu derſelben bemerket———
Eine leichte Röthe ſtieg auf die Wangen der jungen Gräfinn, als ſie erwiederte: Ich liebe den Prinzen nicht, denn dem Haſſe mag Liebe nicht begegnen; doch welches Recht ſtehet mir, der Eingedrungenen, zu in dieſem Hauſe, dem Sohne deſſelben entgelten zu laſſen, daß er ſich


