Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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ſter; die Letztere aber folgte ihr dahin, wahr⸗ ſcheinlich ihr Herz durch einige Vorwürfe zu er⸗ leichtern. Kaum aber war Frau von Neidſchütz dorthin gelangt, als der Schall einiger Hörner, der Hufſchlag mehrer Pferde und der Ruf vieler Stimmen ihr Auge nach der nicht entfernten Schloſſgaſſe zog. Die geringe Oeffnung des Ta⸗ ſchenberges nach dieſer Seite verſtattete ihr nur undeutlich im Vorüberſprengen die gelben betreſſ ten Röcke einiger Hofpoſtillons wahrzunehmen; ihnen folgte aber eben ſo raſch ein reichgekleideter Mann, deſſen Geſicht zu erkennen ſie jedoch die wallenden Federn ſeines Hutes verhinderten, und ihnen nach wogte eine zahlreiche jubelnde Menge.

Es ſcheinet ein Courier angelangt zu ſein, wandte ſich die ältere Dame an den Grafen zu Beichling, und dem Lärmen nach, den der Pö⸗ bel macht, mit erfreulichen Nouvellen. Wolle der Herr Kammerherr mich obligiren, ein wenig ſchauend, was er etwa gebracht? ſei der Herr ſo gütig, ob ich es ſchon in Kurzem zwei⸗ felsohne von dem Kurfürſten ſelbſt erfahre. Froh, von ſeiner eben erſt erzürnten Gönnerinn eines Auftrages gewürdigt zu werden, verſicherte der Genannte ſie ſeines unverzüglichen Gehor⸗