Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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ſams in zierlicher Rede, und verſchwand nach ei⸗ ner eben ſo zierlichen Verbeugung. Es war eine tiefe Stille im Zimmer eingetreten. Katharine ſchauete hinaus auf die entlaubten, ſchneebedeck⸗ ten Bäume des Ziergartens; der Freiherr von Seckendorf beaugte zum Zeitvertreib das Nym⸗ phenfeſt, welches, Albano nachgeahmt, die ge⸗ wirkte Seidentapete des Gemaches verzierte, und die Gräfinn von Neidſchütz ging auf und nieder in einer Art von Unruhe, von der ſie ſelbſt nicht Rechenſchaft ablegen konnte, die aber ehrgeizige und unruhige Gemüther, beſonders am Hofe, nicht ſelten befallen ſoll, zumal wenn ein ihnen unbekanntes Ereigniß ſich ankündigt, und un⸗ willkührlich heftete der Gedanke, die Ankunft je⸗ nes Couriers ſei der Vorbote einer ſolchen, ihre Einbildungskraft an dieſelbe.

Madame nahm nach einiger Zeit der Freiherr mit gedämpfter Stimme das Wort Madame, ich ſehe mit Bedauern Ihro Epxcellenz ein wenig präoecupiret, und bitte, es Dero ge⸗ horſamen Diener zu verzeihen, wenn er ſich darob verwundert bei den erwünſchten statu Dero An⸗ gelegenheiten, und wenn ſolches nicht zu unbe⸗ ſcheiden wäre, nach der Urſache fraget, ob ſeine