Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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ſelbe zurück und ſprach mit ſauerſüßem Ton und Miene: Denen Herren beiderſeit iſt die noble Denkungsart der Madame la Comtesse de Rochlitz zur Genüge bekannt, um zu glauben, daß der Rede die reine Wahrheit zum Grunde lieget, und ich verhoffe zu Gott, es wird eine Zeit kom⸗ men, da man ihr allgemeine justice wiederfahren läſſet. Auch theile ich gänzlich die opinion der Frau Tochter, wünſchend, dem Prinzen des bal⸗ digſten de retour in der Heimath zu ſehen. Wie man höret, obſervirt Seine Durchlauchtigkeit in Ihrem gegenwärtigen voyage mehr Decenz und retenue, als wohl bei den früheren geſchehen: es ſtehet demnach zu erwarten, Monseigneur werde anjetzo beſſer einſehen, was zu Dero Heil dienet und zum Beſten des kurfürſtlichen Hauſes und geſammten Sachſenlandes.

Noch ungläubiger vernahmen die Herren der Matrone Rede, als was Katharine geſprochen, obſchon vielleicht nicht ganz mit Recht; ſie kann⸗ ten aber die ausſchweifenden Pläne mütterlichen Ehrgeizes nicht, von welchen uns bereits eine Ahnung geworden. Die Gräfinn zog ſich, wie gemeiniglich bei dergleichen Anſpielungen der Mutter, von der Geſellſchaft zurück in ein Fen⸗