Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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Laſſen wir die Canaille und ihre Jalouſieen bedeutete ihn die Gräfinn; die Populace muß thun und leiden, was dem Regierenden gefällt und ſeinen Räthen; iſt dannenhero auf das Ge⸗ ſchwätz ſelbiger nicht zu achten. Aber der Hof, Monsieur, der Hof? Ich habe vernommen, derſelbe ſei kein beſonders plaiſirlicher Aufenthalt.

Unſtreitig fuhr Herr von Seckendorf fort, welcher bemerkt hatte, daß überflüſſiges Lob des We⸗ ſens in Bayreuth nicht allzuwohl aufgenommen wer⸗ den würde, unſtreitig hält der Herr Markgraf ſeinen Hof in der Reſidenz und dem Luſtſchloſſe Favorite ſonderbar fürſtlich und prächtig, alſo daß ich anmerken würde, wie man im Lande hier und da über ſolche Depense ſich beſchweret, ſo Ihro Excellenz nicht mit Recht der Meinung wären, es ſei die Populace gänzlich nicht in Con⸗ ſideration zu ziehen. Jedennoch möchte ich, ſolch fürſtlicher Splendeur ungeachtet, den Hof mei⸗ nes durchlauchtigen Landesherrn gleichermaßen nicht als den alleragreableſten preiſen, ja ihn noch weniger mit der weltberühmten Reſidenz Dres⸗ den vergleichen an Galanterie und ritterlicher Höflichkeit, dieweil alldort ein gar ſtrenger und religiöſer Geiſt herrſchet, den nicht Jedermän⸗