an ſeinen Bruder und Landesherrn gelegt. Lange währte dies beängſtigende Schweigen, bis Friedrich Auguſt es brach, mit ungewiſſer Stimme ſprechend: Gnädigſter Herr, was mich auch dazu vermocht, ich habe gethan, was mich gereut, und weit entfernt, es zu excuſiren, bin ich bereit, es zu hüßen, wie das Geſetz es erheiſcht und das beleidigte Majeſtätrecht, und ſei es mit meinem Leben.—
Kaum vernehmlich antwortete der Kurfürſt: Ihr habt Recht, es iſt geſchehen, was nicht ge⸗ ſchehen ſollte, wohl von beiden Seiten zugleich, und es ziemt mir nicht, Richter zu ſein in mei⸗ ner eigenen Sache; ſo ſei denn Gott die Ent⸗ ſcheidung anheim geſtellt, wem das größere Un⸗ recht zufällt oder das kleinere. Für des Prinzen Leben aber,— ſetzte er mit wehmüthigem Lä⸗ cheln hinzu— bin ich dem Sachſenlande ver⸗ antwortlich, welches deſſelben vielleicht bald be⸗ dürfen wird, und ich will ihm daſſelbe nicht rau⸗ ben.— Der Prinz ſchwieg einige Zeit, um die aufſteigende Rührung zu bekämpfen; dann ſprach er langſam und ehrerbietig: Ich erkenne dankbar Ihro Durchlauchtigkeit Milde, und wage es, um ein Merkmal derſelben zu flehen. Geſtatten


