Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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nem verborgenen Gange führend, der, angelegt in einer beſſern Zeit, die Gemächer des fürſtlichen Ehepaars verband.

Anfangs ſetzte der Kurfürſt ſeinem Bruder den heftigſten Widerſtand entgegen in Geberde und ungezügelten Worten, aber bald deſſen Ver⸗ geblichkeit wahrnehmend, hing er ſchweigend und regungslos in der gewaltigen Umfaſſung, und blieb es auch, als der Prinz ihn auf ein Ruhe⸗ bette niederließ, und darauf ſich an die andere Seite des Zimmers zurückzog.

Es lag eine drückende Stille auf der ſeltſa⸗ men, unheimlichen Scene). Johann Georg ſaß wortlos und die fallenden Tropfen von der blei⸗ chen Stirn mit der Rechten trocknend, die noch zitterte von der ungeheuern Erregung; ihm ge⸗ genüber ſtand der Prinz mit hochathmender Bruſt, geſenktem— glühenden Wangen; er blickte nicht empor, ſeine Haltung hatte die ge⸗ wohnte heitere Würde nicht; denn dem zurück⸗ weichenden Zorn war das Bewußtſein gefolgt, er habe das Unerhörte gethan, er habe die Hand

*) Der dargeſtellte, wahrhaft ſonderbare Auftritt iſt ge⸗ ſchichtlich, und wird von mehreren Zeitgenoſſen berichtet.