Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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die wiedergekehrte Einſamkeit zu verſchönern, und

als dieſelbe iht allzu läſtig ward, ſchritt ſie zu

dem Mittel, das nach Frau Annens Sophiens Meinung und Rath das erprobteſte war, erregte Gemüther zu beſchwichtigen. Auf den Ruf der Schelle erſchien die erſte Kammerfrau; auf ein Gebot, in kränkelnder Weiſe geſprochen, ließ ſie ſich an einem kleinen Tiſchchen nieder, und begann in einem Tone, den die durch die Brille gedrückte Naſe nicht zum angenehmſten machte, aus einem gewichtigen, in Schweinsleder ge⸗ bundenen Folianten fromme Betrachtungen vor⸗ zutragen. Doch zeigte die Kurfürſtinn wenig Aufmerkſamkeit bei dieſem gottſeligenZeitvertreibe; während die Vorleſerinn gar erbauliche Worte ſprach von chriſtlicher Sanftmuth, flüſterte der Haß mit leiſer aber ſchneidender Stimme zu ih⸗ rem Ohr; vor die Ermahnung, ſich dem Wil⸗ len des Himmels zu unterwerfen, trat der Vor⸗ ſatz, ihr Recht als Hausfrau und Fürſtinn auf jegliche Weiſe zu vertheidigen; und zwiſchen die Aufforderung zu gottergebener Verſöhnlichkeit tönte eine andere mächtigere, die zur Rache an ihren Widerſacherinnen. Ein abermaliger Be⸗ fehl ſchloß den Folianten und den Vortrag der