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gerunzelten Stirn und den zuſammengedrückten Lippen, und als ſie ihn ſo eilig bei ſeiner Ge⸗ mahlinn eintreten ſah, ſprach ſie ſchnell das kür⸗ zeſte Dankgebet in ſich hinein, das in Arndts Schatzkäſtlein zu finden iſt, wähnend, dieſer un⸗ gewohnte Beſuch zu ſpäter Stunde könnte wohl Kurſachſen und ſeiner Landesmutter, ihrer gnä⸗ digſten Frau, Gutes bedeuten.—
Raſchen Schrittes hatte, wie wir wiſſen, Prinz Friedrich Auguſt ſeine Mutter verlaſſen; er mäßigte jedoch nach und nach ſeine Eile, und je näher er dem Theile des Schloſſes kam, den der Kurfürſt bewohnte, je gemachſamer ſetzte er einen Fuß vor den andern. Seinem überkräfti⸗ gen Jugendſinn widerte der Schritt an, dem Anna ihm geboten; obgleich ſich ſelbſt einiges Un⸗ rechts bewußt, hielt er doch das ſeines Bruders für viel größer. Die gern ſichtende Selbſtliebe machte einen bedeutenden Unterſchied zwiſchen den Verirrungen eines Landesherrn vor den Au⸗ gen ſeines ganzen Volks, und den, wie er ſelbſt⸗ entſchuldigend meinte, unbedeutenden und un⸗ bemerkten Seitenſprüngen eines Prinzen, der doch nichts ſei, als ein vornehmer Privatmann und Ritter; die ehelichen Bande, welche ſpäter,


