Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 237—

in ihr Intérieur retiriret mit der ſpaniſchen Kam⸗ merfrau; als Höchſtdieſelbe aber mich entließ, chargirte ſie mich, im Fall ich noch heute das Glück hätte, Ihro Durchlauchtigkeit meine De- votion zu bezeigen, möchte ich ihrerſeits Höchſt⸗ deroſelben andeuten, wie es ein ſchlimmer Abend geweſen, und zweifelsohne eine üble Nacht dar⸗ auf folgen werde, Ihro Excellenz aber dem gnä⸗ digſten Herrn einen guten Morgen anwünſche, verhoffend, derſelbe werde gleichermaßen erfreu⸗ lich ſein für gewiſſe betrübte Perſonen, die ihr ganzes Vertrauen in Höchſtdero erhabene Geſin⸗ nung und Magnanimität ſetzten.—

Während der Graf ſo zum Kurfürſten ſprach, trat, jedoch von Beiden unbemerkt, eine ziem⸗ lich wohlbeleibte Geſtalt leiſen Ganges um die Ecke einer Gallerie; als ſie die Beiden ge⸗ wahrte, hemmte ſie den Schritt, wich darauf ein wenig zurück, und verſchwand im Schatten eines hervorſtehenden Pfeilers.

Der Kurfürſt ſchwieg eine Weile, dann warf er einen düſtern Blick auf die nahe Thür des Vorzimmers ſeiner Gemahlinn, und ſprach dann ſehr laut, als wolle er zeigen, er habe hier nichts zu verheimlichen. Sie hat recht, es iſt Zeit,