Meinung nach ihrer Gemüthsbeſchaffenheit weit beſſer zuſagte, als der Pomp eines Ranges, der der vernachliſſigten Gemahlinn wenig Freuden gewährte. Gleichſam von einem Vorgefühle na⸗ her Freiheit ergriffen, eilte er, der Geliebten es mitzutheilen und die Träume einer ſchönen Zu⸗ kunft, und zugleich dieſe durch die Rathſchläge der Gräfinn von Neidſchütz zu zeitigen. Ohne beſondere Zuneigung gegen Katharinens Mutter, hatte er viele Achtung vor ihren Geiſtesgaben; die dunklern Seiten, welche wir ihr abgelauſcht, wußte die weltkluge Matrone vor dem Schöpfer und Erhalter ihtes Glückes zu verbergen.
So ging er denn allein, wie er pflegte, durch entlegene, aber von ihm oft betretene Seiten⸗ gänge den Gemächern am Taſchenberge zu; aber noch war er, leiſe ſchreitend, nicht an den Zim⸗ mern der Kurfürſtinn Eleonore vorübergekommen, als der Graf zu Beichling ihm, unter Verbeu⸗ gungen, entgegentrat.
Der Herr kommt von den Damen?— fragte Johann Georg mit gedämpfter Stimme.— Ich verhoffe, die jüngere Gräfinn iſt wohlauf?—
Zur allergrößten Satisfaction, gnädigſter Herr,— flüſterte der Höfling— würde es mir


