Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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Hoch richtete Anna ſich auf und heftete„* nen ſtolzen Blick auf den Fürſten, dann aber gewann die Erregbarkeit ihres Gemüths die Ober⸗ hand, und ihre Mantille zuſammenraffend, als wolle ſie der unverbindlichen Andeutung im ſelben Augenblicke Folge leiſten, rief ſie: Alſo hinausge⸗ wieſen die Mutter von dem Sohne? Wohl, ich gehe; aber meine Stimme ſoll erſchallen durch das heilige römiſche Reich, vor dem Throne des Kaiſers, vor allen Kurfürſten, Fürſten und Stän⸗ den, und vor jedermänniglich ſoll publik werden, wie man zu Dresden das Recht achtet und die

Gebote der Religion!—

Wie bei allen Menſchen von wenig lebhaf⸗ tem Gemüth, entflammte der Unmuth des Kur⸗ fürſten ſich nur langſam, doch eben ſo langſam wich er, einmal aufgeregt, und ſo gab er die kurze Antwort: Ich zweifle nicht, Madame, daß Dero Stimme geeignet iſt, ſich laut genug ver⸗ nehmen zu laſſen, es geſchehe dieſes dannenhero wo möglich in etwelcher Entfernung; zu Dresden aber bin ich Herr, und mir, wie jeglichem Kur⸗ fürſten des Reiches, ſteht das Majeſtätrecht zu, wie Höchſtdenenſelben bekannt.—

Ihro Liebden ſprechen wahrhaftig ſehr löblich