— 222—
kenne aber die Furie, welche den Samen der Zwietracht ausſtreuet, und ich will das Leben nicht haben, wenn ich ſie nicht hinaustreibe aus der Fürſtenburg, die ihr Aufenthalt verunehret!—
Auch ich,— rief der Kurfürſt mit rauher Stimme— auch ich will das Leben nicht ha⸗ ben, wenn ich die nicht entferne, welche den Frieden meines Hauſes und Lebens ſtören!—
Eine Weile ſtand die Kurfürſtinn regungs⸗ los und wie erſtarrt; die Bläſſe des Zornes trat auf ihre Wangen, und ſein Feuer in ihr Auge; doch behauptete ſie die Würde der durchlauchti⸗ gen Matrone, und entgegnete mit verhaltener Stimme: Es wird allgemach Zeit, daß dieſes zu Ende kommt; deklarire ſich denn der Herr frank und frei, ob Derſelbe ſich der Perſon, der Neid⸗ ſchütz, abthun will und ihrer Tochter lobeſan, welche man Frau Gräfinn zu Rochlitz tituliret, oder ich ihnen Platz machen ſoll, ich, die Bu fürſtinn zu Sachſen?—
Mit großer Kälte verſetzte Johann Solches ſtehet gänzlich in Höchſtdero Belieben. Torgau, Pretzſch und Schellenberg ſind bereit, die Frau Mutter aufzunehmen, und die Wahl iſt Derſelben unverwehrt.—


