Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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decken, verweilet in ihrer Nähe, und ihr wer⸗ det finden, daß er nicht trog.—

Mit Schärfe entgegnete der Prinz: Es iſt wahr, daß ich einige jener Abentheuer beſtanden, welche Eurer kurfürſtl. Durchlauchtigkeit mir vor⸗ zuwerfen beliebt; doch habe ich ſtets Acht gehabt, nur dem leichten Sinn zu begegnen, ſei er auch mit ein wenig Coquetterie verbunden, die allezeit, zumal Fürſten, ungefährlicher iſt, als jene tie⸗ fere Kunſt, welche nach hohen Dingen ſtrebt, unter der Hülle der— Herzensreinheit, wenn mein gnädigſter Herr Bruder denn alſo will.—

Eben ſo ſcharf verſetzte Johann Georg: So ſind denn unſere Meinungen ſo verſchieden„ als wahrſcheinlich unſere Sinnesart.— Nicht aus⸗ ländiſche Buhlerinnen können mir das Glück ge⸗ währen, nach dem ich einzig trachte, wohl aber Eine, deren Sittlichkeit ihrem Reize gleicht.—

Verzeiht,— fiel der Prinz mit Ironie ein — Euer Verhältniß zu dieſer Dame ſelbſt ſpricht wenig zu Gunſten der erwähnten Eigenſchaft.—

Der Kurfürſt entgegnete in demſelben Tone: Doch nur dies allein, und ſolches können ſich ſchwerlich Eurer Liebden zahlreiche Favoriten rüh⸗

men. Jeder hat ſeine Meinung, und zu allem Die Frauen v. Neibſchütz. 1 Bb. 5