Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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billig jetzt unerörtert, das Letztere aber iſt es, was jenes Benehmen verurſacht, welches Eure kurfürſtliche Durchlauchtigkeit bitterer tadelt, als ſie vielleicht ſollte.—

Wirklich? unterbrach Johann Georg ihn mit ſteigender Stimme: So wiſſet denn, daß wir Die, welcher wir gewogen ſind, auch zu ſchützen wiſſen werden gegen Jedermann, er ſei, wer er wolle.—

Der beleidigte Prinz erhob ſich, um das Zimmer zu verlaſſen; der Kurfürſt aber hielt ihn zurück, ſeine Hand auf die Hand des Bru⸗ ders legend, und ſprach, abermals in den mil⸗ den Ton fallend, der ihm eigenthümlich war:

Euer urtheil iſt befangen, Bruder, ich weiß, was Neid und Eigenſucht über das Fräulein, von dem wir ſprechen, verbreiten; Gerüchte ge⸗ hen umher, nicht lächerlich allein, ſondern die Majeſtäit beleidigend, der Kurfürſten heilig Vor⸗ recht. Ihr ſeid zu klug, Auguſtus, dem Un⸗ ſinn Gehör zu geben, und zu billig, ſchuldlos Verläumdete zu verdammen; blicket ohne Vor⸗ urtheil in das Auge Katharinens, und Ihr wer⸗ det in ihm den Ausdruck der Herzensreinheit ent⸗