Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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So waltete denn abermals das frühere Stillſchweigen, bis Johann Georg plötzlich ſei⸗ nen Becher nahm und mit dem Bruder anſtoßend ſprach: Auf eurer Liebden baldige und glückliche Vermählung!—

Der Prinz that zwar Beſcheid; indeß er⸗ wiederte er lächelnd und ſich verneigend, doch nicht ohne ſeine Rede etwas zu betonen: Das Baldige ſcheinet mir, mit meines Herrn Verlaub, nicht nothwendig zu ſein. Des Alters wegen eilt es nicht, und ein fahrender Ritter, wie ich, mag noch nicht ſo bald an den Heerd denken, zu⸗ mal wenn ihm, wie mir, ein Bruder zur Seite ſteht, von dem für unſer Kurhaus eine ruhm⸗ würdige Descendenz zu verhoffen. Was aber das

Glückliche anlangt, wenn es einmal dahin kom⸗

men ſollte, ſo nehme ich den Trunkſpruch dank⸗ barlichſt an, dieweil, meiner Meinung nach, im Ehebande bei Hohen und Niedern darauf beſon⸗ ders Rückſicht zu nehmen.—

Der Kurfürſt athmete hier tief auf und verſetzte: Fürwahr, es wäre billig, darauf Rück⸗ ſicht zu nehmen; ſchade nur, daß es ſo ſelten bei Fürſten geſchieht, und demnach ſie oft deſſen ent⸗ behren müſſen, was auch ihnen das Wünſchens⸗