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wertheſte ſein ſollte. Ihr ſeid zu welterfahren, mein Bruder, und habt zu viel Höfe geſehen, um deß nicht überzeugt zu ſein; auch darf ich Euch kaum verſprechen, was Andere entbehren müſſen, und es iſt nur um unſers Hauſes und Landes willen, daß ich Euch vermählt wiſſen möchte, ſolltet Ihr wie Mancher auch gemüſſigt ſein, ein Opfer zu bringen. Mich däucht, ein ſolches ſei nothwendig; die Dauer des Menſchen⸗ lebens iſt ungewiß, und wie bald könnte es kom⸗ men, daß Kurſachſen auf Euch ſehe, als auf ſeine einzige Hoffnung.—
Des Prinzen Blick glitt hier forſchend über das Antlitz ſeines Bruders; als er aber auf dem— ſelben keine Spur irgend einer mißfülligen Abſicht begegnete, ſondern nur der gewohnten wiederge⸗ kehrten Milde und Aufrichtigkeit, ſagte er lebhaft und mit Wärme: Wie kann mein Bruder und Herr ſich doch fort und fort dem Trübſinn über— laſſen, den ſeine Getreuen mit Kummer wahr⸗ nehmen? Wie mag der fünfundzwanzigjährige Fürſt Gedanken an einen nahen Tod hegen, und warum ſollte ich die einzige Hoffnung dieſes Lan⸗ des ſein, da derſelbe eine Gemahlinn beſitzt, nicht allein hochbegabten Gemüths, ſondern auch allge⸗ mein anerkannter Schönheit?—


