Selbſtzufriedenheit der Kammerpage. Mein gnä⸗ digſter Herr geruhet mir ſeine Gedanken zu ver⸗ trauen in Liebe und Haß. Doch auch ſonſt wär' ich nicht geneigt, mich viel in einem Hauſe ſe⸗
hen zu laſſen, wo man mir einen ſchnöden Af⸗
front angethan.— Einen Affront? fragte Gobau.
Erinnert ſich der Herr nicht— war die Ant⸗ wort— daß, als wir von hier abreiſten, ich in einer Affaire de Coeur befangen war mit dem Fräulein? So mag Er denn ermeſſen, was ich empfand, als ich bei der Retour ihre Infids⸗ lité vernahm.—
Nein, wahrlich,— ſprach ein wenig iro⸗ niſch der Andere— ich erinnere mich nicht, und es iſt das erſte Wort, das ich davon höre. Auch ſcheint mir dabei ein kleiner Rechnungsfehler ob⸗ zuwalten; fünf Jahre ſind es, daß Kurſachſen der Gegenwart des Herrn Kammer—- wie auch Jagdpagen entbehrt hat, achtzehn Jahre zählt die nunmehrige Gräfinn von Rochlitz, Hochder⸗ ſelbe höchſtens zwei oder drei mehr; ſo läſſt ſich denn nicht glauben, daß damals ſchon unter ſo jugendlichen erſchaften ein Verhältniß beſtan⸗ den, ernſthaft genug, um die Didone abandon- nata unempfindlich zu machen für die Wünſche eines Durchlauchtigen Nebenbuhlets.—


