Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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tigen Schenkel, und warf, auf den eigenen Wil⸗ len verzichtend, ſich nothgedrungen Mal für Mal in halber Wendung herum, ſeinem Gebieter den öftern Rückblick nach der Stadt zu gewähren. Das Reickleid deſſelben war zwar gleichfalls von Tuch, aber von der Gattung, welche man, vom ſpaniſchen Wort Vicunha hergeleitet, drap de vigogne nennt; eine breite Silberſtickerei bedeckte alle ſeine Näthe; auf ſeinem Hute wehete ein Wald von Straußfedern; ſein Degengehenge war von befranztem Silberſtoff, und der Griff der Waffe funkelte tauſendfarbig im Sonnenſtrahl. Eine Strecke waren ſie ſo fortgeritten, der Eine vorwärts ſchauend, der Andere rückwärts, da ſprach in einem Augenblicke, in welchem Die⸗ ſer ſein Pferd ruhigeren Schrittes gehen ließ, Je⸗ ner zu ihm mit angenehmer, doch etwas matter Stimme: Die Feſtlichkeiten ſind nun vorüber mit ihrem Treiben und Getümmel, deſſen mir allgemach zu viel werden wollte, da ich Eurer in demſelben nicht froh werden konnte, lieber Herr. So iſt es mir denn ſehr angenehm, daß Ihr meine Einkadung angenommen zu dieſem Luſtritt, da⸗ mit ich Euch dann nochmals ohne Zwang und