Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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von dem ziemlich großen, nur auf einer Seite aufgekrempten Hut, über dem ſchlichtgelockten Haar, eine ſchneeweiße Feder. Der Ausdruck ſeines Geſichtes war ſinnig, ſogar ein wenig dü⸗ ſter zu Zeiten, obgleich auch unterweilen ein anmuthiges wohlwollendes Lächeln um ſeine et⸗ was bleichen Lippen ſchwebte; ſeine Haltung zwar ungezwungen und würbevoll, doch nicht ſonder⸗ lich kräftig, und ſein edles Roß ging unter ihm im Paradeſchritt, wiewohl mitunter brauſend und die Mähne ſchüttelnd, als wolle es gern ſeinem Genoſſen gleich thun, einem leichten Araber, den ſein Reiter wenigſtens jeden zehnten Schritt courbettiren ließ.

Eben ſo verſchieden, wie in der Führung ſei⸗ nes Pferdes, war dieſer Reiter auch in Geſtalt und Kleidung von dem Erſtbezeichneten. Um Kopfeslänge höher als Jener war er, wiewohl noch ſehr jung, ungemein ſtark gebauet; ſeine Augen, ſo groß als die ſeines Begleiters, waren feurig und durchdringend; auch um ſeinen fti⸗ ſchen, von noch weichem Barthaar leicht beſchatte⸗ ten Mund ſchwebte ein Lächeln, doch ſchien es mehr auf Frohſinn und Kraftgefühl zu deuten; ſein ſpringendes Roß ächzte unter ſeinem gewal⸗