Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

87

allererſten und vornehmſten Tugend der Advokaten, ſothaner Weg fuͤhrt freilich an einen Ort, wo ich meine geſchaͤtzte Frau Pflegmutter und Erzie⸗ herin nur ungern ſehen wuͤrde, zum Blutgeruͤſt etwa oder zum Scheiterhaufen, je nachdem der Caſus gemilderter oder ſtrenger einem preislichen Criminalgericht vorgeſtellt wird. Inculpatin kann ſich indeſſen darauf verlaſſen, daß ich Alles anwenden werde, daß ſie mit dem Erſten davon komme, mit dem Tode durch's Schwert naͤmlich.“—

„Alſo das“— rief Beate in Toͤnen der Verzweiflung—„das iſt Alles, was ich von Eurer Huͤlfe zu erwarten habe? Das ſagt Ihr mir ſo gleichguͤltig? Das iſt die Dankbarkeit gegen mich, die Euch aus dem Staube ge⸗ zogen?“—

„Aus dem Staube gezogen?“ wiederholte naſenruͤmpfend der Rechtsgelehrte:„Ich meine nicht, daß das Element meines Geiſtes jemals der Staub geweſen. Was die Dankbarkeit aber betrifft, ſo weiß ja wohl meine ehemalige Goͤn⸗ nerin vor Andern, was von ihr zu halten, und vornehmlich ob mir ſolche gegen ſie obliege. Doch mag ich nicht laͤugnen, daß ich einige