Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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geht, als aber eine Stunde ſpaͤter als geſtern der Saum des Gewoͤlkes ſich ſilbern faͤrbte, ward es, als draͤnge ſich irgend Etwas feindſelig an die Seele der Wittwe, unaufhaltſam ſtroͤmte es zwar immer⸗ fort aus ihrem Munde, doch in minderer Ord⸗ nung, die gehaltvollen Ausſpruche wurden ſtufen⸗ weiſe zum ſinnleeren Geſchwatz, und jede Andere, als des Kerkermeiſters einfache Frau, haͤtte in dem ſchwankenden, bald dumpfen, bald grellen Tone der Sprechenden, an ihren keuchenden Athemzuͤgen, in der Entſtellung ihres Antlitzes eine Wirkung wahrgenommen, ausgehend von einer ſich naͤhernden geheimnißvollen Macht. Als aber der Mond nun emporſtieg uͤber dem Beinhauſe und er auf Beaten wie geſtern ſchaute, da ſtockte ihre Zunge und die gepreßte Bruſt ſtieß einen gellenden Schrei aus und ei⸗ nen zweiten, als abermals ihr Schatten vor ſie trat auf der Wandflaͤche, und als die Waͤrterin deß nicht Acht hatte und ſtumm blieb und ſich nicht bewegte, ſchrie Beate zum dritten Male auf im Tone des Entſetzens, denn im feſten Schlafe lag Jene und der bleiche Strahl ſchminkte die eingefallene Wange der Alten mit der Farbe des Todes..