Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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Sie war allein, und ſchnell aͤnderte ſich die Scene und der Hauptperſon Geberde und Haltung; gleichguͤltig ſchob ſie den ſchwarzbe⸗ kleideten Folianten zuruͤck, den ſie ohne Zeugen nur ſelten der Aufmerkſamkeit wuͤrdigte, und auch dann nur den Beſtandtheilen deſſelben, welche gleichſam als Gegengewicht des Wortes, ihm allmaͤhlig in Jahrhunderten der irdiſche Sinn beigefuͤgt hat; ſie ſchaute mit ſpottendem Laͤcheln und mitleidigem Achſelzucken den Hin⸗ weggehenden nach und trat an das vergitterte Fenſter.

Weit ſchweifte ihr Blick hinaus an den Ho⸗ rizont, uͤber deſſen Schwelle die Sonne bereits hinabgegangen war, in die dunkel- und hellge⸗ faͤrbten Wolken des herbſtlichen Himmels, in das Abendroth, deſſen gluͤhender Purpur allge⸗ mach in roͤthlich Gruͤn uͤberging, bis er ver⸗ ſchmolz in dem Grau des Oſtens; doch nicht nach dem Himmel wendete ſich das Auge der Einſamen, die nebelige Bergreihe, auf der die Wolken ruhten, zog es an, wiederum gehoͤrte ſie der Erde an, die Erde ihr, und die Einbil⸗ dungskraft der Gefangenen fuͤhrte ſie hinweg aus dem Kerker fernen Gefilden zu und lang