Jach, wie von Berzweifung emporgeriſſen, ſprang Beate vom Stuhl auf ihre ſtampfenden Fuͤße; es war aber nicht die ſchmucke, reichgelockte, roſenwangige Frau, in beſcheiden zierlichen Ge⸗ waͤndern, die vor dem Fremden ſtand; es war ein Scheuſal, den Harpyen der Fabel aͤhnlich, oder den drei Schweſtern der Unterwelt. Die taͤuſchende Fuͤlle war hinabgeglitten mit der Schnuͤrbruſt und den plaſtiſchen Formen, hervor⸗ gezaubert durch die Hand des Schneiders; das ſchnoͤde Geripp umſchlotterte eine welke Haut, wenige braungelbe Haare ſtarrten auf dem kah⸗ len Scheitel, die von den blaͤulichen Wangen gefallene Schminke verbarg die Spuren nicht mehr, welche ihnen nicht die Jahre ſowohl, welche wilde Luſt, zuͤgelloſe Leidenſchaften und das nagende Bewußtſeyn ihnen eingegraben;z nichts war mehr uͤbrig geblieben von der ſchoͤnen Wittwe Bilſen, als das große Au⸗ ge, das jetzt in der Flamme der Raſerei er⸗ gluͤhte, und die Haͤnde, welche ſie, entſtellt von aufgeſchwollenem Geaͤder, in ohnmaͤchtiger Wuth ballte, denn auch zahnlos war der Mund, aus dem das Ungethuͤm heulte:„Alle guten Geiſter loben Gott den Herrn!“—
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