Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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thoͤricht ſeyn wie ſie, kindiſch Begehren zu ver⸗ zeihen, oder gar zu unterſtuͤtzen. Daraus wird nichts in Ewigkeit, und ich werde vielmehr Sorge tragen, daß die Jungfer kuͤnftig keine Galane in ihrer Stube herberge.“—

Da fing Johanna heftiger zu weinen an und rief:„Wie mag denn die geſtrenge Frau ſich ſo erzuͤrnt gegen mich ſtellen? Das iſt ja ſonſt nicht Eure Art, und ich habe es auch keinesweges ver⸗ dient. Ach an Anderes denke ich, als an Verlie⸗ ben und Heirathen, und mein Anliegen iſt gar verſchieden von dem, was Ihr glaubt.“—

„Nun denn?“ fiel Frau Bilſen ungeduldig ein.

„Glaubt es mir nur,“ antwortete treuherzig ihre Dienerin,„ich erkenne recht wohl alles Liebe und Gute, was Ihr an mir gethan, und ich bin Euch ſehr erkenntlich dafuͤr, aber— mir iſt ſo unwohl und bange ſeit einiger Zeit, und ich denke wirklich, die Stadtluft bekommt mik nicht; auch ſagt das der alte Goldenbaum nicht allein, ſondern noch mehrere andere Leute. Geſtattet denn, daß ich auf eine kurze Zeit hin⸗ ausgehe auf das Dorf zu den Meinigen, ob mich die friſche Landluft wieder herſtelle und das erquickliche Fruͤhlingswetter.“—