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In der Vorhalle der Kirche begegnete der eben Beſchriebenen eine andere Frau ſtattlichen Anſehens und wie es ſchien, ziemlich hoffärthi⸗ gen Weſens, als ſie aber Jener gewahr worden, ward ihr Weſen gar freundſelig und ſie ſprach: „Ei guten Abend, wertheſte Frau Gevatterin, auch beim lieben Gottesdienſt? Doch billig ſollte ich ſo nicht fragen, iſt es doch bekannt genug, daß Ihr ſelten eine Gelegenheit verſaͤumet, das Wort des Herrn zu vernehmen, gemeiner Stadt mit loͤblichem Exempel vorangehend und den jungen Wittwen zumal.“
„Die Welt liegt im Argen“— ſeufzte Jene— „und mehr denn je liegt uns die Pflicht des Ge⸗ betes ob, abſonderlich denen, welchen demuͤthiger Sinn, der dem Schwachen geziemt, und ſtille Beſchraͤnktheit nicht geſtatten, ein Anderes dem wachſenden Uebel entgegen zu ſtellen. Doch was huͤlfe es auch, daß der Menſch ſich abmuͤhe, ſo der Herr nicht dazu thut, der allein helfen mag.“—
„Sehr ſchoͤn und gut, wie Alles, was Ihr ſagt“— pflichtete die Andere bei.„Doch muß auch der Menſch dazu thun, denn es heißt, wer ſich ſelber hilft, det wird geholfen.— Das iſt


