Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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Jahren. Ihrem hohen und feinen Wuchſe nach konnte man ſie, vornehmlich von der Ruͤckſeite aus betrachtet, fuͤr achtzehnjaͤhrig halten; ſchaute man ihr Angeſicht, ſo war man freilich genoͤthigt, etwas zuzugeben, aber ungern, denn nur eine ſchaͤrfere Ausbildung der Zuͤge deutete auf ein hoͤheres Alter, keineswegs aber Geſichtsfarbe und Haut, welche weiß und roth in aller Friſche der Jugend glaͤnzte; nicht ihr Auge, deſſen Blick es nicht an Feuer gebrach, manche Augenblicke nur ausgenommen, da ſie es langſam und ſin⸗ nig zu Boden wandte, oder gedankenvoll in eine unbeſtimmte Ferne; auch nicht das kaſta⸗ nienfarbene Haar, welches in reichen Locken uͤber ihre Schultern herabfiel. Ihre Kleidung, ob⸗ ſchon zuſammengeſetzt aus dunkelfarbigen vor⸗ zuͤglichen Stoffen, geformt nach der Mode des Tages, und was noch beſſer iſt, geſchmackvoll und mit ihrer Perſoͤnlichkeit ubereinſtimmend ge⸗ waͤhlt, war dennoch hoͤchſt ſittſam, ja es war ſogar in Anordnung derſelben etwas von jener genauen Beruͤckſichtigung zu gewahren, deren die Damen ſich befleißigen, welche man in Pa⸗ ris Pruͤden nennt, ſolche naͤmlich, die der Ei⸗ telkeit der Welt entſagt haben, obſchon nicht ganz. 2