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Prediger, ein weit und breit, naͤmlich im gan⸗ zen Weichbilde der Stadt, beruͤhmter Kanzelred⸗ ner und beſonders eifriger Diener des Friedens, hatte ſeine geiſtlichen Blitze gegen die Sucht nach Neuem geſchleudert, welche damaliger Zeit wirklich graſſirt zu haben ſcheint, und von wel⸗ cher er auch unter ſeiner Heerde einige bedenk⸗ liche Spuren wahrgenommen haben wollte. Einige Bruchſtuͤcke dieſer Rede, welche ſich vor⸗ finden, laſſen vermuthen, er habe ſich nicht mit genugſamer Deutlichkeit ausgedruͤckt uͤber das zu bewahrende Alte und das nicht aufzuneh⸗ mende Neue; denn alſo verworren ſollen die Begriffe in jenen Tagen geweſen ſeyn, daß man in großer Ungewißheit ſchwebte uͤber Bei⸗ des, ſelbſt die Erſten in den Voͤlkern, ſelbſt die, welche ſich fur die Weiſeſten halten unter ihnen, ſelbſt ihre Lehrer; es iſt daher nicht zu verwun⸗ dern, wenn die Zuhoͤrer nicht recht verſtanden, was der Redner nicht hegriff. Das focht ihn aber wenig an, druͤckten doch die Frauen, zu⸗ mal die bejahrteren, in leiſem Wort und ver⸗ ſtohlener Geberde ihre Bewunderung aus, ward ihm doch mancher huldreiche Blick, manches beifallige Kopfnicken aus der gegenuͤberſtehenden


