Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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Namen; ſie kam nicht zurück. Was hatte er gethan? Einige Minuten noch blieb er liegen, ſtarrte nach der Thüre und konnte ſich nicht in die Möglichkeit finden, daß Innocenzia wirklich verſtanden haben ſollte, was er jetzt ſo ſchmerzlich bereute geſagt zu haben. Sie hatte doch niemals ſo tiefes Verſtändniß und Gefühl gezeigt. Dann rief er laut nach dem Diener im nächſten Zimmer. „Ich laſſe Lady Longueville erſuchen, ſofort zu mir zu kommen,“ ſagte er. Eine ſeltſame Unruhe überfiel ihn. „Unſinn, Unſinn!“ tröſtete er ſich ſelbſt.„Was kann denn daraus entſtehen? Sie hat mich unmöglich verſtanden— und ſelbſt wenn das wäre? Als ob ich mich vor Inno⸗ cenzia fürchtete!“ Er lachte leiſe vor ſich hin bei dieſen Worten, aber das Lachen klang ſo ſeltſam durch die Stille. Der kranke Mann fuhr ungeduldig auf.„Inno⸗ cenzia! Innocenzia!“ rief er laut mit einem Angſtgefühl, welches ihn plötzlich ergriff und wofür er ſich ſelbſt keine Rechenſchaft geben konnte. Der Diener war noch immer nicht wiedergekommen. Ihm ſchien es eine Ewigkeit zu dauern, während er vergeblich auf einen Laut, auf nahende Schritte lauſchte.„Innocenzia!“ ſchrie er wieder, ſprang aus dem Bett, hullte ſich in ſeinen Schlaf⸗ rock und lief zur Thüre. Hier begegnete ihm der Diener.

„Lady Longueville! Wo iſt Lady Longueville?“ ſagte er.