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und ging an den Tiſch, auf dem die Medicamente ſtanden.
„Warum bleibſt Du nicht ſtill ſitzen?“ ſagte er ärgerlich.„Du weißt doch, daß mir dieſes ewige Ge⸗ räuſch zuwider iſt, und daß Du Dich auch nicht ſo viel bewegen ſollſt. Was giebt es denn ſchon wieder? Du ſtörſt mich mehr, als ich ſagen kann——“
„Es iſt aber Zeit, Deine Tropfen einzunehmen,“ ſagte ſie. Sie wandte ihm bei dieſen Worten ihr Ge⸗ ſicht zu mit jenem Lächeln, welches ihm einſt ſo über allen Außdruck ſchön erſchienen war. In der einen Hand, der ſchönen, blendend weißen Hand, hielt ſie ein milch⸗ weißes venetianiſches Glas von edler Form, mit der andern griff ſie nach der kleinen Flaſche auf dem Tiſche. „Du biſt darin nicht um ein Haar verſtändiger als ich,“ ſagte ſie ſcherzend;„weil es bitter iſt, magſt Du es nicht gern nehmen und möchteſt lieber die Zeit verſchlafen; aber Du darfſt nicht vergeſſen——“
Er lag und blickte ſie ſeltſam an, während ſie ſprach. Sie ſtand vor ihm wie ein ſchönes Bild. Er achtete kaum darauf, als ſie ſich ihm mit dem Glaſe näherte, er folgte ſeinem unſeligen Gedankengange. Welcher böſe Dämon legte ihm die Worte auf die Zunge? Er ſah ſie ſtarr an, rührte ſich auch nicht, als ſie ihm das Glas hinreichte, um es ihr abzunehmen.


