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Barclay, die beſorgt ihrem Treiben zuſahen. Selbſt die ſüßen Hoffnungen, die alle Longuevilles ſo aufregten, bewirkten bei Innocenzia nichts dergleichen. Ihre Phantaſie war noch nicht thätig genug, um ſich ſolche
Bilder der Zukunft auszumalen. Sie kannte nur die
Gegenwart, in ihr lebte ſie, in ihr ging ſie völlig auf.
Sir Alexis wurde wieder beſſer und war auch auf ſeine Art dankbar für die treue Pflege ſeiner Frau. Aber auch dieſe Anerkennung blieb nicht frei von Tadel.
„Es iſt wahrhaftig ſehr gut und ſchön von Dir, mich ſo zu pflegen, aber wenn Du Deinen Zuſtand be⸗ denkſt, Innocenzia, ſo wäre es doch viel beſſer, Du ſchonteſt Dich,“ ſagte er mit jenem Tone, den man an⸗ ſchlägt, wenn man ſich gezwungen ſieht zu danken, wo
man lieber tadeln möchte. Und ſanft wie der Tadel
auch war— es war doch einer. Er geſtattete ihr fortan nur am Tage in ſeinem Krankenzimmer zu ſitzen, und im nächſten Zimmer mußte ſich ein Diener beſtändig zu ihrer und ſeiner Verfügung bereit halten, damit ſie ſich nichts zuzumuthen brauchte. Aber ſelbſt in dieſer Rück⸗ ſicht auf ſie lag ein ſchweigender Vorwurf, ein Vorwurf, den Innocenzia inſtinetiv herausfühlte als einen Beweis, daß es ihr nicht gelungen ſei, ihn zu befriedigen. Er war nicht böſe, er ſchalt ſie nicht, aber er nahm ihre Dienſte nicht mehr mit jener freien, vollkommenen Ge⸗


