Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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lernt, ſich dem Willen und den Wünſchen ihres Gatten anzupaſſen. Sie that jetzt viel mehr für ihn als anfangs. Sie las ihm vor, ſtatt daß er es that. Längſt war das ſüße Idyll von der„Müllerstochter“ bei Seite gelegt worden, jetzt las ſie ihm die Zeitungen und Werke über Kunſtgeſchichte vor und gab ſich redlich Mühe, der Lectüre Geſchmack abzugewinnen. Aber oftmals klang es nur von den Lippen, ihre ſchwache Geiſteskraft verlor den Faden und ſie folgte rein mechaniſch. Das Alles that ſie mit dem Wunſche, ihrem Gatten zu gefallen, — da ſich ihr die tiefe, wenngleich unausgeſprochene Ueberzeugung aufgedrängt hatte, daß ſie aufgehört habe, ihm zu gefallen. Sie war eine ſehr gute Pflegerin, wenigſtens eine unermüdliche. Sie konnte ſo gut ſtill ſitzen, ſie las ihm vor, wenn er nur wollte, und that Alles mit unbegrenzter Folgſamkeit. Bald nach ſeiner Rückkehr nach England hatte Sir Aleris Gelegenheit, dieſe Eigenſchaft Innocenzia's auf die Probe zu ſtellen. Er wurde ſehr krank und lag über vierzehn Tage zu Bett, Tag und Nacht mit rührender Sorgfalt von ſeiner Frau gepflegt, deren Zuſtand doch weit größere Schonung erforderte, als ſie denen zugeſtand, die ſie darauf auf⸗ merkſam machten.„Ich? Ich bin ganz wol; ich bin die ganze Zeit über nie krank geweſen,“ ſagte ſie lächelnd zu den ängſtlichen Frauen, zu ihrer Tante und Mrs.