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ſollen, Longueville mit ſeiner ſtattlichen Pracht, noch das reizende Haus ihres Gatten in London mit all ſeinen reichen Kunſtſchätzen, ſondern das liebe alte Haus der Tante Eaſtwood. Sie ging wie ſonſt in die Kirche Santa Maria della Spina und ſagte ihr Gebet, obſchon nicht ſo ungeſtört wie früher, denn ihr Gatte begleitete ſie und konnte ihr langes ſtummes Daſitzen nicht be⸗ greifen. Die vielen engliſchen Touriſten, die nie ver⸗ fehlten, auch das zierliche Kirchlein zu beſuchen, ſtörten den mißtrauiſchen Sir Aleris. In jedem leiſe geflüſter⸗ ten Worte glaubte er Andeutungen auf das Geſchehene zu hören, in jedem Blicke auf Innocenzia das Geſtänd⸗ niß zu leſen, daß ſie erkannt ſei.„Das iſt die berühmte Lady Longueville, deren Prozeß alle Blätter füllte,“ meinte er beſtändig zu hören. Die offne Bewunderung, welche der Italiener der Schönheit zollt, wurde ihm förmlich zur Qual, und wenn Jemand im Hötel das Fremdenbuch verlangte, ſo zitterte er bei dem Gedanken, Lady Longue⸗ ville's Name könne ihm als einer, der in allen Zei⸗ tungen genannt wurde, auffallen. So quälte er ſich von Tag zu Tag immer auf's Neue. Ich glaube kaum, daß Innocenzia dieſe Veränderung in dem Weſen ihres Gatten in ihrem vollen Umfange verſtand, aber inſtinctiv fühlte ſie doch, daß etwas anders geworden war. Sie vermißte jene natürliche, warme Zärtlichkeit, der ſich ihre
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