Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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erſt ſelbſt geſtellt, und die arme Innocenzia konnte ſich doch ſo ſchwer in die Rolle einer Frau finden, wie er ſie verlangte. Sie war ein holdes, bezaubernd ſchönes Kind, ſo lange er ſie mit den Augen des Kunſtkenners betrachtete, aber durchaus nicht vollkommen, ſobald der Gemahl eine Lady Longueville in ihr ſehen wollte. Ach, das arme Mädchen war nicht zur vornehmen Dame er⸗ zogen worden, wenigſtens nicht zur Herrin über einen großen Haushalt und zur Gefährtin eines ältlichen Welt⸗ 3 manns. Sie war eben nur Innocenzia— die holde Unſchuld— weiter Nichts.— Er nahm ſie mit nach Italien, nach Piſa, wo das

1 arme Kind gar wenig mit ihren unklaren Erinnerungen 1 anzufangen wußte; und ſelbſt als Niecolo,— den Sir Aleris, treu Allem, was er verſprochen und was Ehre und Güte von ihm erheiſchte, nicht verfehlt hatte, auf⸗ ſuchen zu laſſen,— wie aus einem Nebel heraus ihr 1 gegenüber trat, war es für ſie nicht mehr der alte, bekannte Niccolo, wenn auch das Geſicht daſſelbe geblieben und ſeine Freude beim Wiederſehn eine ſo 1 reine und herzliche war. Denn Innocenzia hatte zu jener Zeit zu unbewußt gelebt und ſah jetzt mit Staunen, wie wenig ihre Erinnerungen zu der Wirklichkeit paßten. Daher ſehnte ſie ſich jetzt im innerſten Herzen nach Hauſe. Das war aber nicht, wie man hätte glauben