Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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hatte ihr ſchon ſeit Langem ernſte Bedenken gegeben. Die klare Erkenntniß der Verſchiedenheit der beiden Naturen, die ſich ihr immer ſtärker aufdrängende Ge⸗ wißheit, daß der Eine alles das beſaß und erfüllte, was der Andere nicht hatte und nicht that, und das Bewußtſein, daß dieſer Andere eben doch ihr Verlobter war,— das waren die Qualen, die ihr armes Herz oft zerriſſen hatten. Wie hatte ſie gekämpft und ge⸗ rungen! Wie hatte ſie ſich immer wieder Ernſt's gute Eigenſchaften vor die Seele gerufen und alle möglichen Entſchuldigungen zu ſeinen Gunſten hervorgeſucht! Aber allmählich, faſt ohne daß ſie es ſelbſt wußte, hatte die Bewunderung der Vortrefflichkeit John Vane's ſie jene Vergleichung einſtellen laſſen, und endlich hatte Ernſt's letztes Benehmen, ſein Wegbleiben, die Zuſtimmung, die er ihrem letzten Lebewohl durch ſein hartnäckiges Schwei⸗ gen zu geben ſchien, ihren Mädchenſtolz auf das Tiefſte verwundet. Dennoch beſaß ſie nicht den Muth, den Bruch ihres Verlöbniſſes offen einzugeſtehen, in Folge jenes ſchwer verſtändlichen Begriffs von Ehre, den ſo viele junge, phantaſtiſche Mädchen haben, die ſich dadurch, daß der Verlobte ihre jungfräulichen Lippen zuerſt geküßt, für Zeit und Ewigkeit an ihn gebunden wähnen. So ſtand es mit Nelly, und in dieſem pein⸗ lichen Zuſtande, in dieſem Kampfe mit dem, was ſie für