Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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von der Straße herauf ſchollen, hatten ſie wieder unruhig gemacht; ſie konnte nicht ſchlafen, wie ſie es doch ver⸗ ſprochen hatte. Da führte Nelly Innocenzia herein, damit der Mutter Augen beim Erwachen zuerſt auf das geret⸗ tete Kind fallen ſollten, und mit einem lauten Schrei des Entzückens ſprang ſie vom Sopha auf und riß die Wieder⸗ gewonnene in ihre Arme.

„Als ob ich ſchlafen könnte, wenn ich eins von Euch in Lebensgefahr weiß!“ rief ſie unter Thränen. Inno⸗ cenzia durfte ſie die ganze Nacht nicht verlaſſen, und all⸗ mählich, ganz allmählich thaute das arme erſtarrte Herz wieder auf, wie auch in die Glieder eines Erfrorenen oder Ertrunkenen Leben und Wärme nur langſam zurück⸗ kehren. Als ſie einſchlief, was endlich doch geſchah, da kehrte im Traum das Lächeln auf ihre Lippen zurück, und ein leiſes Roth färbte die zarten, blaſſen Wangen; und als ſie am Morgen erwachte, da war ſie wieder was ſie geweſen— die Innocenzia von Longueville, das knospende, halb erſchloſſene Weſen, das angefangen hatte, die Arbeit derer zu lohnen, die ſo ſorglich das⸗ ſelbe gehegt. Mit Verwunderung und Freude beobach⸗ teten ſie die Ihrigen:— nichts von Wahnſinn, von Stumpfheit— von Betäubung— nein, wie eine zu Boden getretene Blume das Köpfchen wieder emporhebt, ſo auch ſie. Während die Andern noch ſtaunend ſich leiſe