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Lieber Leſer, ich will nicht verſuchen, die furchtbare Aufregung zu ſchildern, die in dem kleinen Wohnzimmer der Eaſtwoods herrſchte. Als man Innocenzia in den ihr fremden Raum gebracht hatte, ſchien ſie anfangs wieder in jene eiſige Kälte und Gleichgültigkeit zurückzufallen, die ſie vor Jahren gezeigt, als ſie zuerſt das Haus ihrer Tante betreten hatte. Sie duldete ſchweigend, daß Nelly ſich um ſie bemühte, ſie auf einen Stuhl ſetzte, ihr Kiſſen in den Rücken ſchob, ihr ein Fußbänkchen brachte, ihr das Hütchen abnahm; ſie ließ Alles geſchehen mit dem⸗ ſelben ſtarren, theilnahmloſen Blick wie damals. Ich glaube, wenn Frederick jetzt hereingetreten wäre, ihre Augen hätten ſich ihm zugewandt wie zu jener Zeit, da ſie in ihm ihren einzigen Freund erblickte. Aber glück⸗ licherweiſe war Frederick gar nicht da. Ein Haufe müßiger Menſchen hatte den Unglücklichen auf ſeinem Wege zum Hauſe ſeiner Mutter entdeckt, und wie ſolche Leute, hier noch dazu von einigen wüthenden Battyanern angeſpornt, ſich nicht leicht ein Opfer entgehen laſſen, hatten ſie ihn ſo verhöhnt, beſchimpft und verſpottet, daß er ſich in die Bahnhofsſtation hatte retten müſſen. Wir wiſſen bereits, daß Frederick, ſo viele Verſtöße er ſich im Stillen gegen die Ehre ſeines Namens erlaubte, doch ungeheuer empfind⸗ lich gegen Alles war, was ihn öffentlich blamiren konnte, und daher brachte ihn dieſer rohe Angriff ganz außer ſich.


