Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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konnte. Sie war nicht im Stande, ſich ſoweit aufzuraffen, um über die troſtlos einſame Nacht hinaus zu denken. Die furchtbare Einſamkeit legte ſich wie ein ehernes Band auf ihr armes Herz, auf ihren ſchwachen Geiſt. Es hielt ſie wie in Ketten zurück, ſie konnte weder denken, noch fühlen. Unfähig ſich klar zu machen, was man von ihr wollte, erhob ſie ſich, als der Schlüſſel knarrte und durch die geöffnete Thüre Geſtalten hereinhuſchten in das Zimmer, die das ſpärliche Licht nur undeutlich erkennen ließ. Sie ſetzte ihr Hütchen auf, faſt mechaniſch, weil man es ihr ſagte, und folgte den Vorangehenden wie betäubt und in einem Zuſtande von Stumpfheit, in dem ſie das Fürchterlichſte mit Gleichgültigkeit ertragen haben würde. Sie hielt ſich krampfhaft an der Frau feſt, die während der zwei Schreckenstage ihr zur Seite hatte bleiben müſſen, aber ſie fragte nicht, ſie überlegte nicht, weshalb man ſie aus der entſetzlichen Stille wieder herausgeriſſen habe. Wie ein Traum wirbelte es um das arme Kind: die Lichter, die Menſchen, die vielen Augen,— ſie ſtarrte vor ſich hin mit angſtvollen Augen, die doch eigentlich Nichts ſahen. Sie klammerte ſich an die Gefängnißwärterin als an das einzige wirkliche Weſen, denn alles Andere ringsum war ſo traumhaft, ſo verſchwommen; ſie ſah und hörte Nichts, trotz allem Licht, trotz allem Geräuſch, das ſie umgab. Ein unklares Empfinden, als ob ihr etwas ge⸗