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Er berief ſeine Getreuen zu ſich, ſandte Boten aus an die Advocaten der beiden Parteien und an alle Bethei⸗ ligte, hüllte ſich in ſeine Gewänder und begab ſich eilig nach dem Rathhauſe. Sein Erſcheinen verſetzte die leb- haft plaudernden Gruppen auf den Straßen in die größte Aufregung. Alles ſtürzte nach dem Gerichtsſaal, der eilig erleuchtet worden war; Thüren flogen auf und zuz die aufgeregte Menge, Reich und Arm, Vornehm und Gering, füllte das Gemach, und Alles ſaß und ſtand fried⸗ lich beiſammen ohne Wahl, Wer ſich zuerſt glücklich vorgedrängt hatte, der blieb hartnäckig ſitzen, mochte der beſte Freund ſtehen oder der vornehmſte Mann ſich ver⸗ gebens nach einem Platze umſehen; hier in der düſtern weiten Halle, wo die grimmigen Geſichter uralter Raths⸗
herren ſteif und kalt herniederblickten, galt kein Anſehen
der Perſon.
Innocenzia ſaß unterdeſſen auf dem Bette, müde und matt, troſtlos und einſam. Sie dachte nicht mehr an den blauen Himmel, nicht mehr an das Leben draußen oder an die Hoffnung, nach Hauſe gehen zu können. Es mag in manchen Fällen gut ſein, keine lebhafte Phantaſie zu haben, aber ſehr oft iſt's ein Unglück. Für die arme Innocenzia wenigſtens war es eins in dieſer Jammerzeit. Sie vermochte ſich nicht einmal das Morgen auszumalen mit der Möglichkeit endlicher Befreiung, die es bringen


