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Er grollte aber auch ſeinem Sohne, daß er eine ſolche hingeſchleppte Verlobung noch ertragen könne. Er meinte, dieſer hätte es ſchon vor einem Jahre zu einer Entſchei⸗ dung bringen müſſen, und hoffte nun, daß Ernſt ſeine Thorheit einſehen würde. Und doch, in ſeinem innerſten Herzen, ſchämte ſich der Mann,— denn das war er, mochte er ſein wie er wollte, ein tüchtiger Mann im rechten Wortesſinn,— und vercchtete er ſeinen feigen Sohn, der das Mädchen, das er zu lieben vorgegeben, in ſolcher Zeit verlaſſen konnte. Das blaſſe, aber muthige Geſicht des jungen Mädchens, das er ja ſelbſt mit einem väter⸗ lichen Kuß in ſeine Familie aufgenommen hatte, war ihm beſtändig ein ſtummer Vorwurf geweſen, und ſoſehr er froh war, daß ſein Sohn an dieſem fatalen Schauſpiel
ſich nicht betheiligt hatte, ſo ärgerte es ihn andrerſeits
als Mann. Ich bin überzeugt, der Vater hätte den Sohn als unverbeſſerlichen Narren bezeichnet, wenn er ihn als beſtändigen Begleiter der ſchwergeprüften Familie erblickt hätte, aber er würde ihn geachtet haben trotz dieſer Thorheit. Jetzt war er auf der einen Seite froh, aber er fand doch ſeinen Jungen ganz erbärmlich, und der Gedanke trieb ihm das Blut in die Wangen, ihm, dem kühlen, abgehärteten Mann des Geſetzes. Er war höchſt ärgerlich darüber, daß dieſe dumme Geſchichte wahrſchein⸗ lich noch um einen Tag hinausgeſchoben werden ſollte,


