ihnen blieben bei ihrem düſtern Stirnrunzeln. Alle Uebrigen bereiteten ſich mit heiterem Vertrauen, denn ſie ſahen ſich ſchon aller Verantwortung enthoben, auf die Rede des Richters vor, der das Für und Wider noch einmal abwägen und dann in ihre Hände legen ſollte. Der große Mr. Molyneux war dafür bekannt, in derartigen Reden Meiſterhaftes zu leiſten. Es war ein geiſtiger Hochgenuß, ihn in ſolch einem Falle reden zu hören. Aber heute fühlte er ſich nicht ganz an ſeinem Platze. Mit außerordentlichem Geſchick, mit Fein⸗ heit und Geiſt ſtellte er die Zeugenausſagen nochmals neben einander; er entſchied ſich nicht, weder für die eine noch für die andere Seite, aber nichtsdeſtoweniger blickte ſeine eigene feſte Ueberzengung von Innocenzia's Schuldloſigkeit überall hindurch. Er unterließ Nichts,
um die Verſammlung an dieſen oder jenen ergreifenden
Moment zu erinnern, welcher zu Gunſten der Ange⸗ klagten ſprach, aber er erwähnte auch pflichtgemäß die ſtark gravirende Thatſache, daß jenes Fläſchchen ver⸗ nichtet worden ſei. Die Ausſage des Arztes falle zwar gewichtig in die Wagſchale, doch auch hier gab er es den Herrn Geſchworenen anheim, zu entſcheiden, ob dieſer
Ausſpruch als unfehlbar gelten könne. Sei das Letztere
der Fall, ſo ſei es gradezu eine Unmöglichkeit, daß die Angeklagte den Tod der Mrs. Eaſtwood verſchuldet habe.


