Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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wie müde war das arme Kind dieſes ganzen Treibens! Heute ſah ſie weder nach Richtern noch Geſchworenen, ſondern nur nach dem Fleckchen blauen Himmel, den ſie aus dem einen Fenſter erblicken konnte; dorthin ſtarrte ſie unverwandt, unbekümmert um das, was um ſie herum

vorging. Sie ſehnte ſich fort, hinaus, weg von der

läſtigen Menge, vor allem aber fort aus der drückenden Einſamkeit der vier kahlen Wände ihres Gefängniſſes. „Wann wird es endlich vorüber ſein? Wann wird man mich gehen laſſen?“ ſagte ſie mit einer Stimme, die kindlicher und klagender als jemals klang, zu der Wär⸗ terin, die wieder neben ihr ſtand.

„Still, gnädige Frau! Sie dürfen heute ja nicht ſprechen, oder wir haben Alle dafür zu büßen,“ entgeg⸗ nete die Frau. Aber Innocenzia wiederholte die Frage noch mehrmals, während die Stunden langſam dahinſchlichen.

Wie ſtrahlte es, dies Fleckchen Himmelsblau! Wie herrlich mußte es jetzt draußen im Sonnenſcheine ſein, unter den Blumen in Longueville, oder noch ſchöner in der Allee in dem Garten der Tante, wo die Himmels⸗ ſchlüſſelchen die Wieſen in Gold getaucht hatten! Und ſie mußte hier ſtehen, und es handelte ſich um Tod und Leben für die arme, arme Innocenzia!

Die Gründe für Aufrechthaltung der Anklage waren noch nicht erſchöpft. Sie wurden im Gegentheile