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Advocaten mit dem Arzte in ihrem eigenen Gedankengange gehemmt. Sie war erſt zu einem gewiſſen Leben erwacht, als Tantchen und die Dienſtmädchen ihren Bericht ab⸗ gegeben und über ſie geſprochen hatten. Da auf ein⸗ mal, urplötzlich, während noch das Kreuzverhör mit dem jungen Arzte ſtattfand, wurden alle Anweſenden wie von einem elektriſchen Schlage berührt; ſie geriethen in die lebhafteſte Aufregung und wurden zu einer faſt mit Wildheit ſich äußernden Theilnahme erweckt. Die Men⸗ ſchen auf den hinteren Bänken ſtanden auf, die Vorderen drängten noch weiter vorwärts, die Gerichtsperſonen rafften ſich zu erhöhter Würde zuſammen, die Polizei⸗ beamten eilten herbei, die Advocaten ſprangen auf, und Richter Molyneux telegraphirte mit Augen, Händen und Lippen nach allen Seiten hin— aber umſonſt. Und die Urſache dieſer tumultuariſchen Bewegung war, daß Innocenzia auf einmal angefangen hatte laut zu ſprechen. Von allen Seiten rief man ihr zu zu ſchweigen, als ob die ſanfte, weiche Frauenſtimme den Staat ſelbſt in Ge⸗ fahr zu bringen vermöchte.„Still!“„Die Angeklagte darf nicht ſprechen!“„Sie müſſen ſchweigen, Lady Longue⸗ ville!“„Innocenzia, ſtill, ſtill! Du darfſt nicht ſprechen!“ Alle dieſe Reden, laut und leiſe, ſtreng, überredend und zärtlich drangen auf ſie ein, ſie nahm jedoch keine Notiz davon. Sie ſprach weiter, und die klare, jugendliche


